Eigenkomplexität

Die Komplexität des beobachtenden Systems nennt man auch dessen Eigenkomplexität. Ist das beobachtete, zu steuernde System hochkomplex, so wird auch eine hohe Eigenkomplexität benötigt, um das System ausreichend vollständig wahrnehmen zu können und aus der Fülle der kontingenten Möglichkeiten eine im Bezug auf den Lernkreislauf möglichst sinnvolle wählen zu können. Durch eine erhöhte Eigenkomplexität wird die Fähigkeit zur Beobachtung verbessert. Die erhöhte Eigenkomplexität erfordert aber einen erhöhten Aufwand, um das beobachtende System selbst zu steuern.

 

 

Beispiel

In Projekten kann man, um die Beobachtungsfähigkeit zu erhöhen, das gesamte Projektteam als Ressource nutzen. So können in mehrstündigen Workshops Themen umfassender und kontrovers diskutiert werden. Die Eigenkomplexität des Projektteams ist wesentlich höher als die des Projektleiters allein. In hierarchisch organisierten Unternehmungen ist die Eigenkomplexität geringer als in Organisationen, die flach und projektorientiert organisiert sind. Diese sind damit besser in der Lage, sich in einer komplexen Umwelt zurechtzufinden.). Durch die erhöhte Eigenkomplexität sind verbesserte Managementfähigkeiten der Führungskräfte notwendig, um das beobachtende System selbst zu steuern und dessen Eigenkomplexität zu bewältigen. Die Eigenkomplexität der zweiten Ebene (Eigenkomplexität der Manager) muss so hoch sein, dass die Eigenkomplexität des Projektteams bewältigt werden kann. Unsere These: In der Vergangenheit hat sich das Management vor allem darauf konzentriert, die Komplexität des Projektes und des Projektteams möglichst gering zu halten, eine erhöhte Eigenkomplexität der zweiten Ebene war nicht notwendig. Durch die erhöhte Komplexität des zu steuernden Systems ergeben sich in der Zukunft aber veränderte Anforderungen an das Projektmanagement.

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Letzte Änderung dieser Seite am:  26.06.2004